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Was für eine außergewöhnliche Verkostung auf Schloss Saarstein! Wann bietet sich schon die Möglichkeit, sechs trinkreife Eisweine Seite an Seite zu genießen? Die Jahrgänge 1988, 1989, 1992, 1995, 2002 und 2003 erscheinen heute wie historische Botschafter einer vergangenen Ära. Wie die Aufzeichnungen des Weinguts zeigen, wurden bis in die Mitte der 2000er-Jahre fast jährlich Eisweine gelesen. „Im November oder Dezember gab es zuverlässig Frost, das war überhaupt kein Problem“, erinnert sich Winzer Christian Ebert. Als hätte der der sehr gute Jahrgang 1989 nicht schon genug Highlight gehabt, so fand er gegen Ende der Lese im November noch den krönenden Abschluss. In den frühen Morgenstunden, bei Temperaturen unter -7°C, wurden die tiefgefrorenen Trauben mit größter Sorgfalt von Hand gelesen. Direkt im gefrorenen Zustand gepresst, blieb das in den Beeren enthaltene Wasser gefroren, was einen hochkonzentrierten Most hervorbrachte. Trotz der naturgemäß geringen Menge entstanden so beeindruckende 120 Liter Eiswein mit stolzen 169° Oechsle – ein perfektes Beispiel für Eiswein im Stil einer Trockenbeerenauslese!
Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich dieser Wein im Glas, mit einer Textur, die an gereiften Rum erinnert. Das vielschichtige, intensive Bukett betört mit verführerischen Aromen von eingelegten Rosinen, Orangenmarmelade, Mokka und dunkel fermentiertem Tabak. Feine Nuancen von Zartbitterschokolade und Kakao sowie ätherische Akzente und eine konzentrierte Schiefernote runden das Duftbild ab. Am Gaumen dicht und ölig, beeindruckend viskos und getragen von einer atemberaubenden Säure. Der aromatische Druck ist gewaltig, begleitet von rauchigen Schiefernuancen, die immer wieder aufblitzen. Der Nachhall? Minutenlang, komplex und schlicht unvergesslich.
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